Praktische Ausbildung2017-09-12T21:32:44+00:00

Praktische Ausbildung in Deutschland
Praktisk uddannelse i Tyskland

In Dänemark können Berufsschülerinnen und -schüler wählen, ob sie ihre praktische Ausbildung im In- oder Ausland absolvieren. Da der Berufsschulunterricht zumeist in Blöcken stattfindet, ist auch ein langer Praktikumsaufenthalt in Deutschland möglich.

Die duale Berufsausbildung in Dänemark

Jeder, der sich in Dänemark für eine duale Berufsausbildung entscheidet, startet mit dem sogenannten „Grundverlauf“ an einer Berufsschule. Je nach ihren Vorkenntnissen (Schulab­schluss, bereits abgeschlossene Berufsausbildung) starten die Schülerinnen und Schüler mit dem „Grundverlauf 1“ oder dem „Grundverlauf 2“. Beide Grundverläufe haben eine Dauer von ca. 25 Wochen. In dieser Zeit besuchen die Jugendlichen täglich die Berufsschule und erwerben grundlegende Kenntnisse über ihr Fach. Sie haben neben theoretischem Unterricht auch praktische Unterweisungen in der Schule. Ein Ausbildungsbetrieb wird erst nach erfolgreichem Abschluss des Grundverlaufes 2 gesucht. Auch ein Berufspraktikum ist während dieser Zeit nicht Pflicht.

Im Anschluss an den Grundverlauf beginnt der „Hauptverlauf“, der, je nach Ausbildung, zwei bis drei Jahre dauert. Um am Hauptverlauf teilnehmen zu können, müssen die Schülerinnen und  Schüler einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb vorweisen oder einen der wenigen Plätze im Schulpraktikum ergattern. Während des Hauptverlaufes erwerben die dänischen Auszubildenden hauptsächlich praktische Arbeitserfahrung in einem Unternehmen. Sie müssen für ca. 10 Wochen Blockunterricht im Jahr zurück in die Berufsschule. Je nach Ausbildung kann die Dauer und die Häufigkeit des Berufsschulunterrichts variieren.

Wenn die dänischen Berufsschülerinnen und -schüler ein Langzeitpraktikum in Deutschland durchführen, befinden sie sich immer im Hauptverlauf.

In Dänemark beginnt der Grundverlauf an den Berufsschulen zumeist zwei Mal im Jahr (Sommer und Winter). Der entsprechende Hauptverlauf startet ebenfalls zwei Mal im Jahr (Sommer und Winter).

Die praktische Ausbildung in Deutschland

Im Rahmen des Interreg IV A Projektes „VET Qualification Systems – 2 Länder 1 Ausbildung“ wurden die dänischen und die deutschen Ausbildungsordnungen für die Berufe Koch, Kaufmann im Einzelhandel, Maurer, Metallbauer (Fachrichtung Konstruktionstechnik) und Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik verglichen. Dabei stellte man fest, dass diese im Wesentlichen übereinstimmen.

Da die jungen Menschen aus Dänemark weiterhin die heimische Berufsschule besuchen und ihre Praxisphase in Deutschland nach Maßgabe einer dänischen Ausbildungsordnung absolvieren, haben sie in Deutschland den Status als Langzeitpraktikanten.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Lohn

Bei dem Praktikum in Deutschland handelt es sich um ein Pflichtpraktikum für die dänischen Berufsschüler. Laut Mindestlohngesetz sind Praktikanten und Auszubildende aus den Mitgliedstaaten der EU nicht ohne Sachgrund anders zu behandeln als vergleichbare deutsche Praktikanten und Auszubildende.

Die Praktikantinnen und Praktikanten sollen während ihrer Ausbildungszeit in Deutschland einen Lohn erhalten, der an das Entgelt deutscher Lehrlinge angelehnt ist. Während der Berufsschulzeit in Dänemark muss das Unternehmen keine Vergütung zahlen, da die Praktikantinnen und Praktikanten in diesem Zeitraum Ausbildungsförderung aus Dänemark bekommen.

Versicherungen

Bei einem Langzeitpraktikum sind die dänischen Praktikantinnen und Praktikanten in Deutschland gemeldet und haben eine deutsche Krankenversicherung abgeschlossen. Sie bekommen, nach der Anmeldung beim zuständigen Einwohnermeldeamt, eine Sozialversicherungsnummer und der Arbeitgeber muss sie als Beschäftigte im Unternehmen melden. Das Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro unterstützt die jungen Leute aus Dänemark bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt und dem Abschluss einer Krankenversicherung.

Berufsabschluss

Ihre Abschlussprüfung absolvieren die Däninnen und Dänen bei der zuständigen Berufsschule in Dänemark. Somit erlangen sie einen dänischen Berufsbildungsabschluss. Eine Anerkennung der beruflichen Qualifikationen in Deutschland ist möglich.

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